16 Fragen an Bastian Kienitz

16 Fragen an Bastian Kienitz

16 Fragen an Bastian Kienitz

16 Fragen an Bastian Kienitz

Bastian Kienitz, Jahrgang 1975, ist freiberuflicher Fotograf und Künstler. Seine künstlerischen Anfänge suchte der Autor und Fotograf zunächst im Internet. Unter verschiedenen Pseudonymen öffnet er hier seit 2005 seine Werke einem breiten Leserpublikum. Neben der Lyrik beschäftigt er sich intensiv mit den Grundlagen des Lebens, der Biologie und versucht Teile dieses Wissens in seine Werke mit einfließen zu lassen. Gleiches gilt für die digitale Fotografie, Momentaufnahmen in Wort und Bildform, die er seit 2008 betreibt. Als Promotionsstudent der Neurobiologie zog er 2007 nach Mainz, wo er noch heute lebt und schreibt. Als Autor und Dichter erhielt Bastian Kienitz im Jahr 2014 den Anerkennungspreis beim Wiener Werkstattpreis 2013 für seine „Zappgedichte“. 2015 war er mit der Kurzgeschichte „Lovejoy“ Finalist beim Kurzgeschichtenwettbewerb Zeilen.Lauf des Kulturfestivals Art.Experience der Stadt Baden. Als Fotograf erhielt Bastian Kienitz 2016 den Ehrenpreis beim Kunstgeflechtpreis des gleichnamigen Kunstvereins für seine Fotografien.

16 Fragen an Bastian Kienitz

Herr Kienitz, wann stehen Sie morgens auf, wann gehen Sie abends schlafen?

Als freiberuflicher Fotograf ist dies sehr unterschiedlich. Größtenteils gehe ich jedoch gegen 3:00 Uhr schlafen und stehe um 11:00 Uhr wieder auf.

Wenn Sie eine Zeitung aufschlagen, lesen Sie zuerst den Sportteil oder das Feuilleton?

Zuerst das Feuilleton, da ich Sport lieber gerne sehe, als darüber zu lesen.

„Wirklich anspruchsvollen Menschen ist Glück gleichgültig, vor allem das der anderen.“ (Bertrand Russell) Wie stehen Sie zu dieser Aussage?“

Unglückliche Menschen zu sehen kann gar kein wirkliches Glück bedeuten, da scheinen diejenigen sich etwas vor zu machen.

Welche Genüsse gönnen Sie sich im Alltag? Welche sind für Sie besonders?

Ich genieße Ruhe und Entspannung sowie Lesen. Das benötigt Zeit, die ich mir gerne nehme.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen, wie hat es Ihnen gefallen?

Gerade lese ich ein Buch namens „Nachtschwärmer“, ein gesammeltes Werk mit Novellen, Kurzerzählungen und Gedichten namhafter Autoren. Parallel dazu lese ich zumeist Gedichtbände, Anthologien und Literaturzeitschriften (alles zeitgenössisch oder, wenn älter, dann meist bekannter Autoren).

Wer oder was inspiriert Sie und weshalb?

Es kommt auf den jeweiligen Augenblick an, aber eigentlich kann ich mich von allem inspirieren lassen, was mich auf irgendeine Weise anspricht.

Wie wichtig finden Sie Kontakte zu anderen Künstlern?

Wenn der Künstler gegenüber in etwa die gleichen Wertvorstellungen wie ich hegt, kann dies sehr bereichernd sein.

Wie würden Sie Ihren typischen künstlerischen Schaffensprozess beschreiben?

Ich versuche die Idee des zu Schreibenden zunächst zu verinnerlichen, bis mir dazu etwas einfällt. Am wichtigsten ist mir somit oft ein Anfang, den ich dann weiter ausbaue.

Wie viel Zeit wenden Sie täglich für Ihre Kunst auf?

In irgendeiner Weise oftmals einige Stunden.

Wie gehen Sie mit Schaffenskrisen um?

Ich habe noch keine Schaffenskrise gehabt. Eine leichtere habe ich überwunden, indem ich mich von Kunstmaterial anderer Künstler beeinflussen ließ. Zumeist schreibe ich jedoch Haiku, wo durch immerwährendes Loslassen des zu Schreibenden der sogenannte lichte Moment oder der Einfall konsequent herbeigeführt wird.

Verfolgen Sie klare Ziele in Ihrer Kunst?

Ich arbeite oft mit Serien. Wenn ich eine passende Idee habe, dann reize ich das Thema oftmals bis zum Ende aus.

Beschäftigen Sie sich mit Ihrem eigenen Tod?

Nein, ich beschäftige mich mit dem Leben. Dies beinhaltet aber das Interesse, was möglicherweise vor dem Tod gewesen sein könnte und was nach dem Tod ist.

Woran glauben Sie und warum (nicht)?

Ich bin kein religiöser Mensch, glaube jedoch an ein höheres Bewusstsein. Dies beinhaltet auch eine Form von intelligentem Bewusstsein oder Geist. Ich bin Naturwissenschaftler, musste aber für mich selbst feststellen, dass ich die Präzision naturwissenschaftlicher Prozesse nicht allein mit zufälligen Entwicklungsprozessen erklären kann. Vielleicht ist es auch nur die Unkenntnis oder das Nichtwissen, welches solche Gedanken befördert, aber so viel Detailtreue in den kleinsten Dingen grenzt schon an ein Wunder. Um es in Einsteins Worten zu zitieren: „Das, wobei unsere Berechnungen versagen, nennen wir Zufall.“

Wann haben Sie sich das letzte Mal geschämt und wofür?

Eigentlich schäme ich mich nicht und habe für jede Situation ein herzhaftes Lachen übrig.

Wie wichtig sind Ihnen Manieren im Alltag?

Die Manier immer wieder auf Manieren herumzureiten finde ich scheußlich.

Welche Ihrer Eigenschaften sind Ihnen am wichtigsten?

Gefühle zu haben.

Vielen Dank für die Beantwortung der 16 Fragen, Herr Kienitz!

Ausgewählte Veröffentlichungen von Bastian Kienitz

  • Texte von Bastian Kienitz bei KeinVerlag.de: www.keinverlag.de/wa bash.kv
  • Beiträge in diversen Literaturzeitschriften und Anthologien, zuletzt:
    – Schaden, Peter (Hrsg.): „Freie Räume. Anthologie zum Wiener Werkstattpreis“ (Wien: Verlag Edition FZA, 2017)
    – Kutsch, Axel (Hrsg.): „Versnetze 9 – Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart“ (Weilerswist: Verlag Ralf Liebe, 2017“
    – „Die Novelle – Zeitschrift für Experimentelles“, Ausgabe 06/2017 (Bonn: Königshäuser, 2017)
    – Kunstverein Kunstgeflecht e.V. (Hrsg.): „Rhein! Zeitschrift für Worte, Bilder“,  Ausgabe 12/2016 (Köln: Kidemus-Verlag GmbH, 2016)
    – Homunculus-Verlag (Hrsg.): „Seitenstechen“, Band 2: „Dunkle Energie“ (Erlangen: Homunculus Verlag, 2016)
    – Bundesverband Junger Autoren (Hrsg.): „Konzepte – Zeitschrift für Literatur“, Ausgabe 35 (Neu-Ulm: BjA 2016)
  • Fotos von Bastian Kienitz bei 500px: https://500px.com/bastiankienitz

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