16 Fragen an Constanze Thum

16 Fragen an Constanze Thum

Constanze Thum: Ich mag Zombies, kleine Kätzchen und White Russian. Mein liebstes Hobby ist es, auf langen Autofahrten still zu sein. Hitze kann ich nicht ausstehen. Auf meiner Hüfte habe ich eine kleine Narbe. Bei zu viel Sonne werde ich aggressiv. In einem Portugalurlaub vor vielen Jahren hat mir ein Stein die Hüfte bis zum Knochen aufgeschnitten. Die Frau in der Reinigung vergisst immer meinen Namen – sie nennt mich „das Mädchen mit den lustigen T-Shirts“. Bei den Bekannten meiner Oma gelte ich immer als sehr brav. Ob ein Glas halbvoll oder halbleer ist, kann ich nie entscheiden. Abitur, meine ersten Jobs und ein Masterstudium habe ich bereits hinter mir. Bin nie wirklich irgendwo angekommen, aber hab’s auch nicht versucht – bin Autor, Künstler, Tagedieb und das ist okay.

Publikationen: Ich hab ein E-Book; guckst du hier: Vampir, Nachzehrer, Draugr.: Der Einfluss der Wiedergängerfurcht auf die Bestattungskultur.

16 Fragen an Constanze Thum

  1. Wann stehen Sie morgens auf, wann gehen Sie abends schlafen?
    Ich steh morgens zum Glück meistens einfach dann auf, wenn ich wach werde. Was meistens zwischen 11 und 13 Uhr ist. Dementsprechend spät geh ich auch ins Bett… oder früh. Da ich hauptberuflich Murmeltier bin, hab ich gerne meine 10 Stunden Schlaf pro Tag
  2. Wenn Sie eine Zeitung aufschlagen, lesen Sie zuerst den Sportteil oder das Feuilleton?
    Weder noch – den Comic natürlich.
  3. Wirklich anspruchsvollen Menschen ist Glück gleichgültig, vor allem das der anderen.“ (Bertrand Russel) Wie stehen Sie zu dieser Aussage?
    Glücklichsein ist DER Anspruch, den jeder Mensch an sich und andere haben sollte, andererseits braucht’s kein Glück zum Glücklichsein, also hat der Mann ja vielleicht Recht.
  4. Welche Genüsse gönnen Sie sich im Alltag? Welche sind für Sie besonders?
    Gut kochen ist ein alltäglicher Genuss. Stundenlang in der Badewanne liegen und auf dem Nintendo 2DS Zelda spielen auch.
  5. Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen, wie hat es Ihnen gefallen?
    Das letzte Buch, was ich gelesen habe, war tatsächlich ein dicker Comic (135 Seiten) von Dan Abnett. Der 4. Band aus der „Leben und Tod“ Reihe: „Alien VS Predator – Prometheus“. Jap, genau das. Ist mittlerweile der 8. Comic in dieser Storyline und einfach cooler und besser als diese neuen Filme „Prometheus“ und „Alien: Covenant“. Klar ist’s trashig, aber eine wesentliche bessere und würdigere Fortsetzung des Aliens UND des Predator-Universums. Ich könnt hier jetzt zwei Seiten lang schreiben, warum mich Prometheus und Alien: Covenant so furchtbar aufgeregt haben, aber ich lass es lieber.
  6. Wer oder was inspiriert Sie und weshalb?
    Oh. Wow. Hm. Harte Frage. Zum Schreiben inspiriert mich tatsächlich meistens irgendein zufälliger Mensch, der irgendetwas aus dem Kontext heraus sagt oder tut. Ein Gespräch im Zug, jemand, der an mir vorbei geht und telefoniert und irgendein Wort oder Satz tritt dann eine Gedankenlawine in meinem Kopf los. Ich spinne mir gerne Geschichten um die Gesichter um mich herum, wenn jemand vor mir an der Kasse drei Packungen feines Katzenfutter von Sheba aber auch noch ein Sterni und eine Ja!-Suppe aus der Dose hat, dann entwerfe ich sofort ein Leben für diese Person. Daneben denke ich aber auch gerne über abstrakte Konzepte wie Zeit, Glück und Schicksal nach und auch das kann dann zu erstaunlichen Schaffensphasen führen.
  7. Wie wichtig finden Sie Kontakte zu anderen Künstlern?
    Ironischerweise hat mir Kontakt zu anderen Künstlern bisher kaum in meinem Schaffen irgendetwas gebracht, aber der Austausch ist natürlich immer wieder spannend, weil man ja doch irgendwie auf Gleichgesinnte trifft. Wichtig ist der Kontakt aber durchaus, wenn man mehr will, als nur für’s eigene Word-Dokument schreiben. Wenn du auf Lesung und Poetry Slams gehen willst, dort auftreten willst, dann musst du eben Kontakte knüpfen.
  8. Wie würden Sie Ihren typischen künstlerischen Schaffensprozess beschreiben?
    Ich habe immer mein Notizbuch dabei – das ist enorm wichtig. Hat schon Bukowski gesagt, glaube ich. Jeglicher Geistesblitz, jeder Satz, der ’ne neue Geschichte werden könnte, jedes Erlebnis, was mir relevant erscheint, wird dann schnell dort reingekritzelt und irgendwann später wird ein Text draus. Oder auch nicht. Es ist ja nicht immer alles gut.
  9. Wie viel Zeit wenden Sie täglich für Ihre Kunst auf?
    „Täglich“ passt bei mir schon mal gar nicht. Ich habe weder die Ausdauer noch die Konsequenz, um mich hin zu setzen und täglich zu künsteln. Es ist eher so, dass ich morgens um 1 Uhr gedenke ins Bett zu gehen und noch einen letzten Song höre und dann erwische ich mich dabei, wie ich schon wieder bis 4 Uhr irgendwas geschrieben oder gezeichnet habe.
  10. Wie gehen Sie mit Schaffenskrisen um?
    Solange dementieren und ignorieren, dass ich eine Schaffenskrise habe, bis ich keine mehr habe.
  11. Verfolgen Sie klare Ziele in Ihrer Kunst?
    Ja auf jeden Fall. Reich und schön werden.
  12. Beschäftigen Sie sich mit Ihrem eigenen Tod?
    Das Schiff hat bei mir Segel gesetzt, da komm ich mittlerweile gar nicht mehr drumherum. Ich habe meine Master-Arbeit über Bestatter geschrieben. Da beschäftigst du dich irgendwann zwangsweise mit dem eigenen Tod. Warum auch nicht, ich sehe da nichts Schlimmes dran, im Gegenteil. Irgendwie ist das Ausmalen der eigenen Beerdigung ja auch ganz spannend und ich hoffe, als Poltergeist später mein Unwesen treiben zu dürfen.
  13. Woran glauben Sie und warum (nicht)?
    An einen Gott glaube ich nicht. Ich glaube allerdings, dass Wirklichkeit alles ist, was erlebbar ist. Oder in dem konkreten Beispiel: ich selbst glaube an keinen Gott aber ich glaube daran, dass Menschen einen Gott erleben können. Das lässt sich jetzt auf alles andere, wo irgendwer irgendwas glaubt, ausweiten.
    Oder um mit Douglas Adams‘ Worten zu sprechen: Ich glaube, dass alles, was geschieht, geschieht.
  14. Wann haben Sie sich das letzte Mal geschämt und warum?
    Ich war ziemlich betrunken in einem Club in Erfurt auf einer Homoculture-Party unterwegs und hab Leute gefragt, ob sie Tom Hardys Telefonnummer haben, weil ich ihn gerne heiraten würde.
  15. Wie wichtig sind Ihnen Manieren im Alltag?
    Definiere Manieren! Aber ich habe Misophonie und störe mich enorm an Kau- und Schluckgeräuschen (und einigen anderen, die für mich laut und nervig erscheinen, wo sie für andere nicht mal bemerkbar sind). Normales Kauen regt mich zum Beispiel schon auf, deshalb ist es für mich umso wichtiger, dass der betreffende Mensch nicht auch noch mit offenem Mund isst oder schmatzt oder schlürft, sonst werde ich aggressiv. Ansonsten denke ich, dass man nicht jeden Menschen mögen muss, auf gar keinen Fall, aber es gibt eigentlich keinen Grund, nicht nett und höflich im Alltag zu sein.
  16. Welche Ihre Eigenschaften sind Ihnen am wichtigsten?
    Ich lass mich nicht stressen. Von mir selbst nicht und erst Recht nicht von meiner Umgebung. Heißt leider nicht, dass ich immer voll und ganz Hippie und ausgeglichen bin; siehe die Frage oben drüber. Aber ich hab meine eigene Zeitzone gefunden und ich behaupte, dass das ’ne verdammt gute Sache ist. Außerdem komme ich sehr gut mit mir selbst klar.

Vielen Dank für die Beantwortung der 16 Fragen, Frau Thum!

Texte von Constanze Thum bei KeinVerlag.de: www.keinverlag.de/judas.kv

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