Archiv des Autors: I.J.Melodia

Philipp Schaab – Betonecho

Da ist nichts außer Beton
An der Mauer zu lesen
Zwischen den Zeilen graben
Die Finger schreiben bis zerschürft
Die Nägel knacken abgenutzt
Aus klaffenden Lippen
Das Wort zu rotem Saft zerrinnt
Im Nebelnirgendwo das Klageecholied
Dumpfer Trommelfaustschläge
Wie die Gischt an den Klippen
Zwielichtgrauer Vergängnisbucht.

Da ist ist nichts Alles
Ist wund.

Philipp Schaab

Bastian Kienitz – 23.03.2012 [14.00Uhr]

Du musst anfangen das weiße Blatt zu bemalen, mit einem
Bleistift fremde Zeichen, Hieroglyphen stanzen: in Rom wird
eben Weltgeschichte geschrieben vllt. auch deine Geschichte
oder das deiner Väter >> zumindest das deiner Vatersväter:

genug um auf den Hügelgräbern: Schachtelhalme, Moos zu
betten, flechten die Pflanzen und unterm Vordach mauern
sich Schwalben in ihre Nester ein, tauchen wieder auf, Luft-
wirbel in der Zwischenwelt / Tropopause: Fernsicht deutlich
erhöht

er nimmt die Spinne, überdeckelt sie mit Glas: m u r m e l t
(willkommen in meiner Welt, in der Gott und der Teufel ein
Spiel spielen)…Rauch…

Bastian Kienitz

16 Fragen an Constanze Thum

16 Fragen an Constanze Thum

Constanze Thum: Ich mag Zombies, kleine Kätzchen und White Russian. Mein liebstes Hobby ist es, auf langen Autofahrten still zu sein. Hitze kann ich nicht ausstehen. Auf meiner Hüfte habe ich eine kleine Narbe. Bei zu viel Sonne werde ich aggressiv. In einem Portugalurlaub vor vielen Jahren hat mir ein Stein die Hüfte bis zum Knochen aufgeschnitten. Die Frau in der Reinigung vergisst immer meinen Namen – sie nennt mich „das Mädchen mit den lustigen T-Shirts“. Bei den Bekannten meiner Oma gelte ich immer als sehr brav. Ob ein Glas halbvoll oder halbleer ist, kann ich nie entscheiden. Abitur, meine ersten Jobs und ein Masterstudium habe ich bereits hinter mir. Bin nie wirklich irgendwo angekommen, aber hab’s auch nicht versucht – bin Autor, Künstler, Tagedieb und das ist okay.

Publikationen: Ich hab ein E-Book; guckst du hier: Vampir, Nachzehrer, Draugr.: Der Einfluss der Wiedergängerfurcht auf die Bestattungskultur.

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Sigune Schnabel – Vom Kai zieht Salzluft

Vom Kai zieht Salzluft

in mein Haar,
und Tage tragen graue Kleider,
gehen stumm an mir vorbei.
Nur Kinder sammeln noch Kastanien.
Zwischen Häuserfluchten
spielen Möwen.

Die Geduld
hat blaue Ränder.
Sieben Meilen fällt mein Wort,
zerschellt im Wind.

Du fügst dich in die Landschaft
wie ein Fels,
und wenn ich spreche,
breche ich
an dir
als Welle.

unangepasste