Archiv des Autors: Renan Cengiz

16 Fragen an KeinVerlag.de-Autorin Christa Issinger

16 Fragen an Christa Issinger

16 Fragen an KeinVerlag.de-Autorin Christa Issinger

16 Fragen an KeinVerlag.de-Autorin Christa Issinger

Christa Issinger ist KeinVerlag-Autorin, Lyrikerin, Mutter und Verwaltungsbeamte im öffentlichen Dienst. „Manchmal schreibe ich ganz laut“, liest man auf Ihrem KeinVerlag-Autorenprofil. Doch auch die leisen Töne versteht die gebürtige Italienerin mit geübter Feder anzustreichen.

Christa Issinger ist Preisträgerin des Lyrikwettbewerbs Lyrik in Köln (2017) sowie des Hildesheimer Literaturwettbewerbs (2014) und wurde zweimal im Rahmen des Lyrikwettbewerbs der Bibliothek Deutschsprachiger Gedichte ausgezeichnet (2010/14). Sie ist Teil des Autorenkollektivs Grenzgänger.

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16 Fragen an KeinVerlag.de-Autor Wortsucht

16 Fragen an Wortsucht

16 Fragen an KeinVerlag.de-Autor Wortsucht

16 Fragen an KeinVerlag.de-Autor Wortsucht

Wortsucht ist KeinVerlag-Autor. Über sich selbst schreibt er:

„Eigentlich schreibe ich schon Geschichten, seit ich schreiben kann. Im Geheimen, nur für mich. Ich war immer schon ein Beobachter und ein zynischer Kommentator. Als ich 2007 meinen Dorfladen aufgeben musste, hatte ich viele Geschichten im Kopf, die ich dann, dem technischen Fortschritt sei Dank, tippen und der Öffentlichkeit zugänglich machen konnte. Das war der Startschuss für meinen Blog wortsucht.ch und die Dorfladengeschichten, von denen es eine Sammlung im Buch ‚101 Dorfladengeschichten, kaufst du noch oder nervst du schon?‘ gibt. Seither schrieb ich über 700 Kurzgeschichten und Texte zu den verschiedensten Themen. Ich versuche nicht Weltliteratur zu machen, ich schreibe zur Unterhaltung.“

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Owald – Du schläfst.

Owald – Du schläfst.

Du schläfst

von Owald

Du schläfst. Ich sitze neben dir und schaue.
Ein Traum nimmt zuckend Platz auf deinen Lippen,
läßt sanft dann deine Nasenflügel wippen
und wandert höher, bis zur linken Braue,

die, gleichfalls bebend, von dem Leben kündet,
das hinter deiner Stirne pulst und flimmert.
Ich schließe meine Augen, und es schimmert
noch immer, ja, es scheint, daß es mich findet.

Und kurz, ganz kurz nur darf ich darauf hoffen,
vereint mit dir im Traume zu verweilen,
doch bald ist es vorbei mit meiner Ruh:

Das Fernsehn ist noch an, das Fenster offen.
Die Lampe brennt, ich hänge in den Seilen.
So steh ich nochmal auf und deck dich zu.

 

Wortsucht – Der Anzug

Wortsucht – Der Anzug

Der Anzug

von Wortsucht

Weil die Verwandten mehr Zeit im Spital als zu Hause verbringen, muss ich mir langsam ernsthaft Gedanken machen, was ich zur nächsten Beerdigung anziehen könnte. Naheliegend der klassische Anzug. Aber, als modebewusster Mensch will man sich trotzdem von der Masse abheben. Deshalb machte ich mich auf die Suche nach einer Alternative.

Ein Tag Shopping brachte folgende Erkenntnis: Mit genügend Kleingeld kann man sich sehr schöne Anzüge kaufen. Bloß: So wirklich einzigartig sind sie dennoch nicht.

Shopping für Männer – Im Internet, das könnte eine Alternative sein. Dachte ich zumindest. Nachdem ich mich auf der ersten Plattform bis auf den Zentimeter genau geoutet hatte, aber nicht einen einzigen Preis oder ein Kleidungsstück zu Gesicht bekam, hätte ich meine Telefonnummer angeben sollen. Wozu?  Damit mich eine knapp zwanzigjährige Lea anruft, um meinen Kleidergeschmack anhand meiner Stimme zu erkennen?

Ich habe meinen Anmeldevorgang abgebrochen und überlegt: Ein Mann braucht keine Shoppingberatung – ein Mann macht es selbst!

Dank Google und Internet alles kein Problem.

Mit dem fertigen Anzug vor Augen, begab ich mich in den größten Stoffladen, den ich finden konnte.

Es war recht einfach: Die bunten Stoffe konnte ich unbeachtet lassen. Apfelgrün und Altrosa steht mir nicht, selbst wenn Lea etwas anderes aus meiner Stimme hören würde. Schließlich blieben mir schwarze, braune, graue, weiße, violette, karierte, gestreifte, gemusterte und gepunktete Stoffe zur Auswahl. Weil ich mich nicht sofort entscheiden konnte, nahm ich mir eine größere Anzahl an Stoffballen mit. Wäre ja auch zu blöd, wenn ich meinen Schneiderkünsten Einhalt gebieten müsste, nur weil ich dann genau diesen oder jenen Stoff nicht gekauft hätte.

Ach ja: Bereits jetzt hätte ich mir für das gleiche Geld mehrere Anzüge und Lea kaufen können …

Und dann folgte erst das Kleinmaterial. Knöpfe, Reißverschlüsse, Faden in allen Farben und Stärken, Nadeln, Scheren, Stifte, Bordüren, Abschlusskanten, Schnittmuster, Maßbänder, Schneiderpuppen, Nähmaschinen mit Schmiermittel, Spezialwerkzeugen, Füßchen, Spulen und hundertjährigen Serviceverträgen … Außerdem wurde mir geraten, eine Overlockmaschine dazu zu nehmen. Selbstverständlich mit dem gleichen Zubehör wie für die beiden normalen Nähmaschinen.

Als ich mich nach den Einstellmöglichkeiten erkundigte, wurde mir das 1.300-seitige Handbuch in 25 Sprachen in die Hand gedrückt. Eigentlich wollte ich meine Zeit mit Nähen und nicht mit Lesen verbringen. Und schon gar nicht mit dem autodidaktischen Lernen von Japanisch und Suaheli. Nun gut, es wird mir auch nicht schaden, wenn ich das auch noch kann …

Möglicherweise wäre mir die Kommunikation mit dem netten Lastwagenfahrer leichter gefallen, der mir meinen Einkauf nach Hause lieferte, wenn ich eine weitere Sprache beherrscht hätte. Und vielleicht hätte ich dann auch nicht einen ganzen Tag damit zugebracht, all die Dinge alleine Quer durch das Dorf in meine Wohnung zu tragen.

Schließlich konnte ich loslegen und unermüdlich schnippelte, stickte, nähte, änderte und korrigierte ich an meinem Anzug herum. Immer wieder musste ich mir Videoanleitungen anschauen (mir wurde allmählich auch bewusst, warum japanisch so wichtig war) und ich bestellte mir eine Anzahl Bücher zum Thema. Schnitt neu aus, passte an und setzte dieses und jenes zusammen. Kürzte weiter und nähte an.

Und da liegt es nun vor mir, das Prachtstück. Es ist, wie soll ich sagen? Nicht ganz so herausgekommen, wie ich es geplant hatte. Zu einer Beerdigung werde ich es wohl kaum tragen können – aber mit ein wenig Hilfe und Unterstützung einer Fachperson, könnte daraus möglicherweise noch ein Stringtanga werden! Lea wäre bestimmt begeistert!