Archiv des Autors: wupperzeit

Autoren – Treffen – Künstler

Für Eilige: Am 7.10.2017 steigt die vierte ZUSAMMEN/KUNST! im Rheinberger HDG. Vorprogramm ab 17:00 Uhr, Hauptprogramm ab 18:30 Uhr, Eintritt ab 18:00 Uhr: € 5,00. Für die ZUSAMMEN/KUNST! erarbeiten Autoren des Literaturforums KeinVerlag.de gemeinsam mit lokalen Künstlern Neuinterpretationen ihrer Texte, die dann als Lieder, Theaterstücke, Bilder oder Tänze auf die Bühne kommen.

Autoren — Treffen — Künstler

zk_2016_Flyer_front

ZUSAMMEN/KUNST! 2017 — Flyer Vorderseite

Aus ganz Deutschland reisen im Oktober Dichter und Autoren nach Rheinberg, um ihre Texte aufzuführen. Das Besondere: Sie tun das nicht allein, sondern gemeinsam mit Künstlern vom Niederrhein. So werden auch im vierten Jahr der ZUSAMMEN/KUNST! Geschichten zu Theaterstücken, Gedichte zu Liedern und Buchstaben zu Pinselstrichen.

Die ZUSAMMEN/KUNST! 2017 findet am Samstag, den 07. Oktober 2017 im Haus der Generationen (HDG) Rheinberg statt (Grote Gert 50). Das Vorprogramm startet um 17 Uhr (Eintritt frei), das Hauptprogramm um 18:30 Uhr (Abendkasse ab 18 Uhr: € 5,00).

Was passiert da eigentlich?

Für die ZUSAMMEN/KUNST! schließen sich Autoren des Literaturforums KeinVerlag.de mit Künstlern aus Rheinberg und Umgebung zusammen. Vor der ZUSAMMEN/KUNST! erarbeiten sie in Kleingruppen gemeinsame Aufführungen, die jeweils auf Texten eines KeinVerlag.de-Autors basieren. Die Ergebnisse präsentieren die Gruppen am Samstag, den 07. Oktober auf der HDG-Bühne.

Weiterlesen

Nach nichts

von Lena Knaudt

Der Tag hat mit Augenringen und einem relativ blutarmen Gesicht angefangen – nach dem ersten Blick in den Spiegel hatte ich schon keine Lust mehr, wach zu sein. Aber manchmal schläft man nachts kaum und schlecht und wacht morgens zu früh und zu sehr auf, ohne dass man etwas drehen oder stattdessen reißen könnte. Dann hat man das Gefühl, der Magen sei beleidigt wegen nächtlicher Eskapaden, keinen Hunger und sich aber am Abend zuvor schon auf den Nussjogurt am Morgen gefreut. Den man also isst mit dem Hintergedanken [halbfreudig], sich vielleicht übergeben zu müssen danach. Was natürlich nicht passiert und natürlich ist das gut. Dafür hat man sich aber fast mit besagtem Jogurt übergossen, als einem plötzlich eingefallen ist, dass die Dateien, die man heute braucht und deren Erstellung fast zwei komplette Arbeitstage in Anspruch genommen hat, auf einem USB-Stick sind, der sich deswegen nicht mit dem automatisierten Handgriff erreichen lässt, weil man gerade eine andere Hose trägt und die mit dem USB-Stick gestern gedankenlos und unüberprüft in die Waschmaschine geworfen hat und man rennt in den Waschkeller, betet halb, während man fahrig das Kondenswasser von den Anschlüssen tupft und hat das Glücksgefühl aber schon irgendwie erwartet, das dann einsetzt, weil alles noch da ist trotz Vollwaschmittel hurra. Schräg ist der Tag aber nach wie vor und läuft noch immer nicht richtig an, als sei auch der Schreck nur ein halbherziger und aus einem abstrakten Pflichtbewusstsein entkrochener gewesen; ein einziger langgestreckter Morgen kündigt sich an, der übergangslos und unerwartet in eine hoffentlich hoffentlich schlafhaltige Nacht münden wird, nachdem man stundenlang zwar alles Mögliche erledigt, aber insgeheim, überschattend und vor allem doch nur gewartet hat auf wasauchimmer, ein Aufwachen vielleicht oder ein Frühstück im Bett.

Dick.

 
Ihr legt das Maßband um die Taille, ich leg das Maßband um das Herz,
eure ganzen Ideale sind für mich ein schlechter Scherz, ihr sagt ich kann mich nicht lieben,
so wie ich eben bin, denn schließlich bin ich alles, alles außer dünn.Ihr sagt mir, dass ihr mich krass machen wollt und sexy und stark, dass es ja nicht sein kann,
dass ich mich wirklich mag, denn ich hab nen dicken Bauch und Cellulite hab ich auch
und meine Vorsätze ins Gym zu gehen war’n bisher nur Schall und Rauch.Dann geht das diskutieren los,
über Gesundheit und Ästhetik, denn alles über 100kg ist in euren Augen eklig,
dicke Menschen sind faul, dicke Menschen sind krank, dicke Menschen haben sowieso nur Säcke im Schrank
und im Grunde ist das Wort dick, ein Ritterschlag zur Asozialität,
der definiert was dir passt und was dir steht und sowieso,wieso haben wir so viel angst vor einem Wort?
Das hier ist nicht Harry Potter, unser Körper ist nicht der dunkle Lord.
Und dann sag ich, dass ich dick bin und du sagst, nein, du bist voll hübsch und ich sag,
dass beides nicht zusammen geht, halt ich für ein Gerücht.Weil mein Körper mein Zuhause ist und ich es leid bin zu vergleichen
und ich viel zu lange brauchte um endlich zu begreifen, ich bin gut so wie ich bin,
ich reiche nicht nur aus, ich erreiche so viel mehr, ich bin keine graue Maus,
ich bin mehr so Papagei, mit ner Extraportion federn

und ein recht auf eine Meinung hat grundsätzlich erst mal jeder,
doch mein Körper gehört mir, mein Körper das bin ich
und was du davon hältst interessiert mich wirklich nicht, denn es geht nicht ums bewerten,
das werdet ihr noch merken,
es geht darum einander das Bewusstsein zu stärken, das Bewusstsein für sich selbst,
das Bewusstsein für die Welt, lasst die Menschen doch so sein so wie es ihnen gefällt.

Wir sind alle gleich, unser aussehen ist nur anders
und Schönheit liegt doch immer noch im Auge des Betrachters.

Also,

Legt nicht das Maßband um die Taille, legt doch das Maßband um das Herz,

denn ne Zahl auf einer Waage definiert nicht meinen Wert.

Anmerkung von SunnySchwanbeck:

und die Wörter „pummelig“ und „mollig“ könnt ihr euch in euren Detoxsmoothie schmeißen.