Archiv des Autors: Sechzehn Seiten

Jane Wels – Morgendliches Traktat

Trümmer liegen neben stummen Zungen.
Münder reichen sich die Hand.
Schweigen ist Wangenkuss genug.
Sätze abhacken!
Klatschen Sie für die Requisiteure!
Meine Verehrung für das Wort aus fliegenden Federn.
An seinen Worten nagt der Hunger.
Pustet ihm Fallschirme unter die Arme!
Jenseits der Grenzen wartet schon ein neuer Krieg.


Hier geht es auch zu den 16 Fragen an Jane Wels.

Wort des Monats – April 2025

Jeden Monat möchten wir euch das beste, interessanteste, lustigste, bekloppteste Wort der Woche wählen lassen.

Ihr habt nun bis zum 31.05.2025 Zeit!

Wort des Monats – April 2025

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Falls ihr die besagten Wörter nochmals nachlesen möchtet:

humepenthe, Schnaggler, Homefullness, Ljubopitljivost

Wort der Woche #217

Bei unseren regelmäßigen Online-Teamsitzungen ist im Laufe der Zeit die Tradition entstanden, dass jemand aus der Runde ein seltenes, vergessenes und/oder nicht aus dem Deutschen stammendes Wort vorstellt. Die Anderen raten daraufhin, was der besagte Begriff bedeutet bzw. woher dieser stammt.

Diese Sammlung möchten wir euch nicht länger vorenthalten und präsentieren daher die Rubrik „Wort der Woche“!

Viel Spaß beim mitraten!

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Werner Weimar-Mazur – vogelmenschen sprechen armenisch

Es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen.
(aus Katerina Poladjan: Hier sind Löwen. Roman, Frankfurt a.M., 2019)

kaukasische verse strömen durch unseren garten

wir zählten walnüsse mandeln aprikosen
häuften sie zu seltenen erinnerungen gefühlen
die uns überkamen beim anblick ausgetrockneter flussbetten
nur an den quellen in den bergen
führten die flüsse wasser in den weiten ebenen
den städten fielen sie trocken
wir zählten granatapfelkerne am himmel flugzeuge
häuften sie zu stimmen unserer ahnen
die erzählten vom meer
dem die flüsse keine wasser brachten sondern leid
und flüsterten von kämpfen und kriegen
und sprachen vom meer

walnuss mandel aprikosenbäume säumten die straßen
als wir hinausfuhren aus der stadt in die dörfer
sangen die gräser traurige lieder
weinten die mönchsgrasmücken die trauermäntel mit ihnen
stimmten wir ein in gesänge aus einer alten zeit

der wind ging kalt
durch die wälder zogen manifeste
minenräumkommandos
suchende findende blicke von liebespaaren
die sich trafen unter den zweigen der wilden aprikosen

das wetter war wie geschaffen für vogelmenschen
für das korn auf den feldern das sich wiegte
in unseren armen
die wir ausbreiteten zu flügeln
über landschaften flogen vergangenheiten

wir lagen nebeneinander
unsere federkleider raschelten bei jeder berührung
nachdem der regen aufgehört hatte
erhoben wir uns und schritten majestätisch
dass sie uns schützten vor unseren schmerzen

in der ferne erschien der ararat im schnee

manchmal träume ich davon
dass noah am ararat vorbei fährt
auf der suche nach einem besseren platz

(aus: Werner Weimar-Mazur: vivisektionen. Gedichte. Edition Offenes Feld (Hrsg. Jürgen Brôcan), Dortmund, 2022)


Jede Menge Lyrik, Prosa und mehr von Werner Weimar-Mazur findet ihr auf seiner Homepage: weimar-mazur.de

Hier geht es zu den 16 Fragen von Werner Weimar-Mazur.

Wort der Woche #216

Bei unseren regelmäßigen Online-Teamsitzungen ist im Laufe der Zeit die Tradition entstanden, dass jemand aus der Runde ein seltenes, vergessenes und/oder nicht aus dem Deutschen stammendes Wort vorstellt. Die Anderen raten daraufhin, was der besagte Begriff bedeutet bzw. woher dieser stammt.

Diese Sammlung möchten wir euch nicht länger vorenthalten und präsentieren daher die Rubrik „Wort der Woche“!

Viel Spaß beim mitraten!

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