Archiv der Kategorie: Lyrik

16 Fragen an Jane Wels

Wir freuen uns, euch erneut jemand Neues auf den 16 Seiten vorstellen und wie immer erfolgt das anhand einer kleinen Selbstvorstellung und der 16 Fragen.

Viel Spaß beim Kennenlernen von Jane Wels:

16 Fragen an Jane Wels

Jane Wels, geb. 1955 in Mannheim, lebt im Nordschwarzwald.

Sie studierte Entwicklungspsychologie, Pädagogik und Medienwissenschaften und arbeitete u.a. als Sozialtherapeutin, Heilpraktikerin Psychotherapie.

Sie hat bereits in mehreren Zeitschriften und auf Onlineplattformen veröffentlicht.

Lyrikband:

  • Schwankende Lupinen, edition offenes feld, Hrsg. Jürgen Brôcan, 2024
Weiterlesen

Diana Jahr – [auf der suche]

ich habe die schären nach deiner adresse gefragt
doch sie schwiegen
so fragte ich eine taube
sie flog einfach davon
dann fragte ich einen baum
und einen menschen
sie wussten nichts
seitdem bin ich auf der suche
vielleicht hast du dich versteckt
oder es gibt dich gar nicht
einer sagte mir mal
jemand suche
nach mir
hier bin ich
vielleicht
dass es mich gar nicht gibt


Lyrik und Prosa von Diana Jahr findet ihr auch auf ihrem Blog: verssprünge.

Hier geht es auch zu den 16 Fragen an Diana Jahr.

Bastian Kienitz – Die Garnele

noch tanzt du deinen tanz am grund des tiefseebodens noch
schälst du elegant chitin am eis entlang bis es zerfällt

dein fühler streift die blauen salzmeerwogen
doch nun ist alles bloß dass ich entblößt
im glutenteint die schale meiner selbst verlier

du meeresfrucht bist wirklich schön und ganz im nackt
auch tief in mir


Lyrik, Haiku, Aphorismen und mehr von Bastian Kienitz findet ihr auf seinem KeinVerlag-Autorprofil: wa bash.

Hier geht es auch zu den 16 Fragen mit Bastian Kienitz.

Werner Weimar-Mazur – atomdichter und zungenbecken (canto verbano)

zog hallgrím an den gletscher
und log gedichte
über die geburt der basalte
reiste ugla die henne
im gepäcknetz vom nordland nach reykjavík
kam unter die räder eines straßenkreuzers
und verlor ihr leben
da weinte das wollgras

wir lagen im gletscherbett
an seinem grund schlief der see
die berge ringsum
waren nunatakker
die inseln geschliffen
geschleifte drumlins
trieben wie boote dahin

ich ertastete deinen finerokörper
grünes gestein
das sich geschält hatte aus seinem erdmantel
trug ich stimmen in die wälder
schürfte sich seine haut wund an der erdkruste

lief die schwarze katze von links ins bild
konnte das gedicht gelingen

erweiterte ich meine sammlung um eine muschelschale
legte sie zwischen das pfennigstück
und das welkgepresste
blatt eines bergahorns

wog hallgrím das gewicht des mittelatlantischen rückens

(aus: Werner Weimar-Mazur: heimwehe. gesänge. Edition Offenes Feld (Hrsg. Jürgen Brôcan), Dortmund, 2022)


Jede Menge Lyrik, Prosa und mehr von Werner Weimar-Mazur findet ihr auf seiner Homepage: weimar-mazur.de

Hier geht es zu den 16 Fragen von Werner Weimar-Mazur.

blumenleere – loggin‘ ur immersion heat

[…] what are u running from? what do
u miss? tell me what do u crave? how do
u feel? […] – hasdallen lights; yves tumor

bleibe mirage in allen moeglichen welten
das verbindungsglied between nomadism
& dreams traegt seine leeren identitaeten
like rainbow colours auf wuesten visagen
hinter gehoernten masken verborgen nur
deine persona is was & will be ur dancing
around lost visions of ancient ceremonies
als flatterhaftes etwas aus distanz & naehe
zum tod while life keeps on burnin‘ away
schreibst du dich ein hinter fahlen steinen
deren hinfortrollen blinde spuren erzeugt
u embrace loneliness’s kisses jene kanaele
von vermehrungskulten ad zeichenreigen
wodurch linguistik ihre dezentralisierung
erfaehrt bis du code dann & implodierend
zu eins & zero as if dazwischen wirklicher
one dieser besagte unterschied waere also
nun reiner & absolute differenz geworden
suddenly wieder dein dortsein hier fuehlst


Jede Menge Lyrik, Prosa und mehr von blumenleere findet ihr auf seiner Homepage: blumenleere.de