Archiv der Kategorie: Lyrik

16 Fragen an Philipp Schaab

16 Fragen an Philipp Schaab

Philipp Schaab wurde 1984 in einer beschaulichen Kleinstadt an der hessischen Bergstraße geboren und lebt heute irgendwo im sagenumwobenen Odenwald. Er entwickelte in seiner Jugend eine Vorliebe für unheimliche Geschichten und düstere Poesie. Im Februar 2015 erschien mit „Gewitterdämmerung. Gedichte über Welt- und Sonnenuntergänge“ sein erster eigener Gedichtband. Der Erzählband „Der süße Duft der Kobralilie“ erschien im Mai 2016.

Während seines Studiums (Religionswissenschaft, Mittlere und Neuere Geschichte, Geographie) sammelte er Erfahrungen als Redakteur der Studentenzeitschrift „La Réwistance“. Unter dem Pseudonym „DerHerrSchädel“ veröffentlicht er Texte im Autorenforum www.keinverlag.de .

In seiner höchst interessanten Dissertation mit dem Titel „Götter, Ahnen, Blut und Boden? Die Konstruktion ethnischer Identität im gegenwärtigen slawischen Neuheidentum in Polen“ setzt er sich mit Nationalismus und slawisch-neuheidnischer Religiosität in Polen auseinander.

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Vergangen nicht, Verwandelt ist, Was war.

Es ist eine Ferne, die war, von der wir kommen.
Es ist eine Ferne, die sein wird, zu der wir gehen. – Johann Wolfgang von Goethe

Das neues Jahr der 16 Seiten beginnt leider mit traurigen Nachrichten.

Ein guter Freund und Autor, ein von Literatur und Fernweh getriebener Mensch, ist leider im Dezember verstorben.

Jörg Zschocke, als Betreiber des Café Poetenstube und Veranstalter mehrerer Lesungen, war er stets auf der Suche nach neuen, unbekannten Autoren und den damit verbundenen persönlichen Kontakt sowie kreativen Austausch untereinander.

Daher möchten wir ihm einige Gedichte widmen und wünschen ihm auch auf seiner letzten Reise ein großes Abenteuer.

Wir werden an dich denken.

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Corona und die Kleinkunst – vier ZUSAMMEN/KÜNSTLER im Magazin „zugetextet“

Mit dem Doppelthema „Weltstaat / Zersplitterung“ lud das Magazin „zugetextet“ letztes Jahr dazu ein, Gedichte und Prosatexte für die diesjährige Ausgabe einzusenden. Wer hätte zu dem Zeitpunkt ahnen können, dass diese Themen im Jahr 2020 derart gewichtig werden sollten? Nicht allein, dass im Angesicht der Corona-Pandemie Spekulationen über eine weltweite Verschwörung immer lauter wurden: In den letzten Monaten haben wir erlebt, wie vieles, das wir für selbstverständlich hielten, auseinanderbrach. Freiheit oder Sicherheit, diese Frage stellt sich dieses Jahr so deutlich wie seit langer Zeit nicht mehr, und während der gesellschaftliche Zusammenhalt an einer Stelle wächst, tun sich an anderer Stelle tiefe Gräben auf.

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I.J. Melodia – Salzwasser

An salzigen Tagen
brandet das Meer an mein Fenster
Die Nächte schmecken dann ölig
nach Tran und Tang
 
Das Wogen der Gezeiten
fließt mir durch Mund wie Augen
Bildet ein Riff aus Korallen
um Knochen und Atem
schwarz wie die Tiefsee
 
Mit Kalkschalen in den Händen
Sand zwischen den Adern
und Fjorden im Herzen
treibe ich durch Jahreszeiten
den Blick zum Horizont gerichtet
 
An salzigen Tagen
bin ich durstiger denn je

I.J. Melodia