Marion Margarethe Kecht – Transitpapiere

Ein Haus beziehen wollen
in einer Sprache,
die den Mund verletzt?
Ist nicht meines.
Bleibe fern.

Brot aufgebrochen, gerbend
vor Erinnerung?
Iss es nicht.
Es kennt einen anderen Hunger.

Der Pass, stöhnend wie ein verheddertes Insekt,
seine Flügel blau gestempelt?
Fälschung.
Fälschung und falsch verteilte Nachsicht.

Straßen aus Kies, die meinen
Namen proben,
ihn Silbe um Silbe zermalmen.

Die Uhren da seufzen anders.
Ticken seitwärts,
verweigern Kindheit.

Schnee fällt ohne Loyalität,
bleicht die Dächer
geborgter Stunden.

Hinterrücks ein Feld, das sich laut öffnet,
ausgebrannt.
Vorne eine Tür, die mein Gewicht verzögert erfasst.

Spiegel nahe der Grenze stottern.
Wollen sich
auf kein Gesicht einigen.

Abgetragenes ruft mit
verbrauchter Stimme,
geübt im Bitten.

Heimat, Heimat —
du bist meine Wunde,
die unversehrt reißt.


Hier geht es auch zu den 16 Fragen an Marion Margarethe Kecht.

Wort des Monats – Mai 2026

Jeden Monat möchten wir euch das beste, interessanteste, lustigste, bekloppteste Wort der Woche wählen lassen.

Ihr habt nun bis zum 30.06.2026 Zeit!

Wort des Monats – Mai 2026

Welches ist dein Wort des Monats?

Falls ihr die besagten Wörter nochmals nachlesen möchtet:

nintai, Gamophobie, Eluxoroma, chimerical

16 Fragen an Marion Margarethe Kecht

Wir freuen uns, euch erneut jemand Neues auf den 16 Seiten vorstellen und wie immer erfolgt das anhand einer kleinen Selbstvorstellung und der 16 Fragen.

Viel Spaß beim Kennenlernen von Marion Margarethe Kecht:

16 Fragen an
Marion Margarethe Kecht

Marion Margarethe Kecht, geboren 1984 in Bad Reichenhall, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft, Germanistik und Philosophie an der Universität Wien. Danach arbeitete sie als Assistentin in diversen Büros, u.a. in einer Kanzlei für Menschenrechte sowie bei der Arbeiterkammer Wien.
Inzwischen ist sie freie Lektorin und lebt als freischaffende Lyrikerin in Wien. Ihr Debüt „VAKUUM“ ist bislang noch unveröffentlicht.

Ihre Gedichte sind bislang erschienen in diversen Magazinen und Online-Plattformen wie u.a. in „WORTSCHAU“, „Signaturen-Magazin“, „Die Brache“ „Mosaik“, „Das Gedicht (Online-Blog)“ , „Poesiegalerie“.

Instagram: @marion_margarethe

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Wort der Woche #271

Bei unseren regelmäßigen Online-Teamsitzungen ist im Laufe der Zeit die Tradition entstanden, dass jemand aus der Runde ein seltenes, vergessenes und/oder nicht aus dem Deutschen stammendes Wort vorstellt. Die Anderen raten daraufhin, was der besagte Begriff bedeutet bzw. woher dieser stammt.

Diese Sammlung möchten wir euch nicht länger vorenthalten und präsentieren daher die Rubrik „Wort der Woche“!

Viel Spaß beim mitraten!

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Christian Knieps – Betaworld

Linda fand es wie immer richtig nervig, wenn sie in die Alphaworld zurückkehren musste, um ihre notwendigen Körperfunktionen zu testen und durchzuführen. Zum Glück hatte sie inzwischen in der Betaworld einen so lukrativen Job gefunden, dass sie in der Alphaworld zu Hause bleiben konnte und nicht mehr die Wohnung verlassen musste, doch sie erinnerte sich nur zu gut an die Zeiten, als sie noch nicht genug verdiente, um alle Echtleistungen über Robotics einkaufen zu können.

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