16 Fragen an Kirsten Lehner-German

16 Fragen anKirsten Lehner-German

Mein Name ist Kirsten Lehner-Germann, ich bin gebürtige Schweizerin mit dänischen Wurzeln und wohne nahe dem Bodensee. Geschrieben und gezeichnet habe ich seit meiner Kindheit immer. Mit der Zeit sind die Farben hinzu gekommen und haben somit meinen Ausdrucksradius wunderbar erweitert.
Meine Leidenschaft gehört dem Menschen (und der restlichen Natur) – all die Facetten und Regungen, die Gefühle und Befindlichkeiten, sie werden mich nie langweilen!

Veröffentlichungen:

Kaleidoskop, Gedichte-Anthologie, 12 KV-Autorinnen ISBN: 3939144800
Sichtweisen, Kurzprosa-Anthologie, 19 KV-AutorInnen ISBN: 3-86703-243-2
Handverlesen, Anthologie-Buch MIT CD!!!, 18 KV-AutorInnen: Die 1. KV-Hör-CD ist da!

16 Fragen an Kirsten Lehner-German

1. Wann stehen Sie morgens auf, wann gehen Sie abends schlafen?
Am Liebsten stehe ich erst vormittags auf, wenn ich mir das leisten kann – und dafür arbeite ich
gerne bis spät in die Nacht hinein…wenn alles still ist um mich! Leider muss ich jedoch für gewisse Gelderwerbstätigkeiten doch öfter morgens früher raus.

2. Wenn Sie eine Zeitung aufschlagen, lesen Sie zuerst den Sportteil oder das Feuilleton?
Zeitungen lese ich in der Regel nicht – sie sind mir zu teuer für so viele negative Berichte!!!

3. „Wirklich anspruchsvollen Menschen ist Glück gleichgültig, vor allem das der anderen.“ (Bertrand Russel) Wie stehen Sie zu dieser Aussage?
Das ist für mein Empfinden überheblicher Quatsch. Man müsste hier wohl mal definieren, was
„wirklich anspruchsvoll“ denn bedeutet. Falls es um einen gehobeneren Lebensstandard, spich
leben im materiellen Reichtum geht, kann ich es nachvollziehen. Jedoch weigere ich mich
anzunehmen, dass nur jene, die es geldtechnisch vermögen, anspruchsvoll sein dürfen!!! Ich halte Menschen, die sich um ihr und der anderen Glück kümmern und für eine friedvolle Werterhaltung und Werterschaffung einsetzen, für sehr anspruchsvoll.

4. Welche Genüsse gönnen Sie sich im Alltag? Welche sind für Sie besonders?
Ähm…manchmal morgens etwas länger liegen bleiben. Zeit für mich nehmen…mitten im Tag,
wenn ich zu Hause arbeite (Yoga machen, Tee trinken und lesen… Als Besonderes treffe ich mich mal mit einer Freundin und wir tauschen uns aus…oder singen gemeinsam. Ein Konzertbesuch oder ein Sing-Abend, ein feines Essen und Ähnliches fallen mir noch ein.

5. Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen, wie hat es Ihnen gefallen?
„Hinter den Feldern“ von Manuel Deinert (Bei KV „Beaver“) und es hat mir ausnehmend gut
gefallen – es ist leicht lesbar wie ein frischer Bach und hat eine Tiefgründigkeit, die mich sehr
berührt hat. Einfach nur empfehlenswert – nicht nur für Kinder, sondern wirklich für das Kind im Erwachsenen!

6. Wer oder was inspiriert Sie und weshalb?
Das Leben selbst…Menschen, Situationen – aber vor allem Gefühle, die ich spüre und auch bei
anderen wahrnehme. Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt und Schöpferkraft – geheimnisvoll und bezaubernd! Und Bilder natürlich…Gesichter, Gesten, Körpersprache.

7. Wie wichtig finden Sie Kontakte zu anderen Künstlern?
Das halte ich für wichtig! Der Austausch unter Gleichgesinnten – oder auch die Erweiterung durch Andersartige in dem grossen Pool der Kunst, das sind einfach stets Bereicherungen und auch Möglichkeiten, sich selbst zu orten mit dem, was man meist in einsamen Stunden aus sich heraus wirkt. Inspriration und Beflügelung…Bestärkung und aufbauende Kritik – ein Fluss zum Weitertreiben (und um sich abzugrenzen)!

8. Wie würden Sie Ihren typischen künstlerischen Schaffensprozess beschreiben?
Etwas vom Allerallerschönsten in meinem Leben!!!
Vom Moment, wo die Leere anfängt mich zu bewegen…und eine Idee und Gefühle verlangen, eine Form zu bekommen, ausgedrückt zu werden…von einem Anflug aus dem Nichts – oder genauso gut aus einer Ahnung, welche zu einem Bild oder Gedicht wird…es sind mit die kostbarsten Momente überhaupt. (Ausser natürlich jene, die im Begegnen mit andern Menschen und Wesen der Natur geschehen.)- Grundsätzlich finde ich die Freiheit des Künstlers so wundervoll, weil wir nicht alles über den Kopf (und natürlich auch nicht ohne) machen müssen. Intuition ist meine weise Lehrerin.

9. Wie viel Zeit wenden Sie täglich für Ihre Kunst auf?
Mitunter das Geniale am Kunstschaffen ist, dass wir die Zeit (und alles Alltägliche) vergessen.
Deshalb kann ich diese Antwort nicht geben. – Am liebsten so viel Zeit wie möglich!

10. Wie gehen Sie mit Schaffenskrisen um?
Wie fein, endlich im mittleren Alter zu sein- und nicht dauernd hadern zu müssen mit den
Schaffenskrisen oder andern Dingen, die nicht nach Plan geschehen. – Okay, ich gebe zu…dass das Schreiben sooo lange schon nicht oder nur tröpfchenweise fliessen will – das hat mich schon gebeutelt! Aber ich vertraue heute mehr als früher…und so lasse ich es geschehen.
Es wird wieder eine Zeit der Worte geben.

11. Verfolgen Sie klare Ziele in Ihrer Kunst?
Da ich der Überzeugung bin, dass jede und jeder von uns Begabungen mitbekommen hat, glaube ich auch, dass wir diese freudvoll und leicht – aber auch ernsthaft und mit Humor –
kennenlernen, entwickeln, pflegen und ausdrücken sollen. Das ist meines Erachtens ein Hauptteil unserer Lebensaufgabe.
Kunst ist für mich nicht nur ein Zeitgeist-Spiegel – sie ist auch die eine Sprache, die vielmehr über Gefühle spricht, als Alltagsworte. Kunst ist die Verbindung zwischen uns Menschen und auch zwischen uns und andern Wesen der Natur…trotz oder gerade wegen unserer Unterschiede. Sie zeigt uns auf, wo wir ähnlich sind, wo wir einander ergänzen oder abstossen, anziehen oder vor den Kopf stossen…so, wie es die Natur der Gefühle eben ist. Und wir vermeiden sie so gerne…

12. Beschäftigen Sie sich mit Ihrem eigenen Tod?
Ja, seit meiner Jugend sinniere ich darüber nach. Ich habe, ehrlich gesagt, keine Lust zu sterben
jetzt…und trotzdem ist es für mich seit jeher nicht selbstverständlich, dass ich von einer Autofahrt, vom Urlaub, von einem anstrengenden Tag heil nach Hause komme.
In mir ein Abschiedsbewusstsein, das meinen früher öfter gepflegten Hang zur Melancholie
bestärkt hat. Heute wandelt sich dies in Dankbarkeit und Demut. Mein Sein ist hier begrenzt – aber ich hoffe und glaube, dass ich in einer anderen Form auch weiter leben werde. Trotzdem schmerzt mich das Welken des Lebens ab und an…
Loslassen ist doch die schwerste Lektion im Leben…, finde ich.

13. Woran glauben Sie und warum (nicht)?
Wie soeben geschrieben…ich glaube an das ewige Leben unserer Seelen. Das hilft mir, wenn ich
hadere mit der Vorstellung, dass eines Tages alles kaput, vergessen und nichtig sein könnte. Ich
schreibe gegen das Vergessen. Ich male gegen die Achtlosigkeit und für die Lebendigkeit.
Ich singe für die Ewigkeit…denn der Augenblick, wenn er sich in meinem Kern einbrennt, bleibt
ewig bestehen! Ebenso ein Duft, eine Berührung, ein Wort…eine Geste…ein Gesichtsausdruck.
Und so, glaube ich, ist es für viele Menschen…in ähnlicher Weise. Unsere Individualität ist es wert, erkannt und bewahrt zu werden…Wertschätzung eben.
Und an die Liebe. An die Liebe glaube ich -auch, wenn wir Menschenn uns damit oft abmühen…
und keine Ahnung haben…wie sie lebbar ist…- ich glaube, dass Liebe die treibende Kraft im
Univesum ist – und ich lebe gut mit der Vorstellung, dass da eine Schöpferin als Urkraft am Werk ist…mit all ihren unzähligen Kreationen im Universum!

14. Wann haben Sie sich das letzte Mal geschämt und warum?
Huh…? Keine Ahnung…aber das kommt immer mal wieder vor. Nichts von Belang… glaube ich.

15. Wie wichtig sind Ihnen Manieren im Alltag?
Naja…gewisse Haltungen und Umgangsformen schätze ich schon…da ich sie für relevant in
grösseren Gesellschaften halte. Mir ist wichtig, dass jede/r sich selbst und das Gegenüber als
Individuum beachtet, wertschätzt und achtsam behandelt. Am liebsten hätte ich es vom Herzen
und mit Liebe. Doch ich weiss, viele Schreiberlinge und auch andere halten dies für eine Floskel…

16. Welche Ihre Eigenschaften sind Ihnen am wichtigsten?
Gute Frage.
Mein Zugang zur Phantasie!
Gefühle bemerken, benennen und mitteilen können.
Meine Wahrnehumung, die Kanäle bedient, die unsichtbar und manchmal auch unerklärlich sind.
Mein Optimismus, der lösungsorientiert und ansteckend sein kann.
Mein Sinn für Schönheit und Frieden (Ausgeglichenheit).
Meine Menschenliebe – und damit Empathie und Verständnis.
Meine Schöpferkraft.
Alleinsein können und wollen und müssen!

Danke für diese interessanten Fragen und bunte Grüße Euch,

Vielen Dank für die Beantwortung der 16 Fragen, Frau Lehner-German!

Texte von Kirsten Lehner-German bei KeinVerlag.de: www.keinverlag.de/souldeep.kv

Eine Vorstellung ihrer Kunst und Kreativität finden Sie auf: www.vivakreativa.ch

Hier gelangen Sie zum Archiv der 16 Fragen mit allen bisher veröffentlichten Ausgaben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.