Archiv der Kategorie: Lyrik

Sturmvers – ~/+/-

die wechselnden
Vorzeichen meines
Verstandes
quälen mich

morgens mittags abends
könnten aus verschiedenen
Leben stammen

komprimiert in eine
zerrüttelte Wahrnehmung
ergeben sie

mich

eine abstrakte Zumutung
auf der Suche
nach dem Aufprall

der mich ankommen lässt


Jede Menge Texte und Lyrik von Sturmvers findet ihr auf seinem KeinVerlag-Autorenprofil: nautilus.

I. J. Melodia – Herkunft liegt jenseits der Erinnerung

Damals war mein Herz in einem Alter
das noch nicht an Zukunft dachte
Entscheidungen küssten nur das Gefühl

Jede Idee hat Konsequenzen
hörte ich die Stimmen meiner Eltern
Ich malte ihre Sprechblasen aus
in allen Farben meines Heranwachsens

Die vergangenen Jahre
schweigen im Staub
der sich langsam legt

Mein Blut offenbart
Ich bin der Sohn meines Vaters
spreche meiner Mutter Sprache
er ist nur noch ein Phantom
und sie als Nebel
sitzt auf den Hügeln

Meine Opfergaben kommen
viel zu spät


Lyrik, Prosa und mehr von I. J. Melodia findet ihr auf seiner Homepage und auf seinem KeinVerlag-Autorprofil: Melodia.

Hier geht es auch zu den 16 Fragen an I. J. Melodia.

16 Fragen an Andrea Tillmanns

Wir freuen uns, euch erneut jemand Neues auf den 16 Seiten vorstellen und wie immer erfolgt das anhand einer kleinen Selbstvorstellung und der 16 Fragen.

Viel Spaß beim Kennenlernen von Andrea Tillmanns:

16 Fragen an Andrea Tillmanns

Geboren in Grevenbroich, lebt in Ostwestfalen-Lippe und arbeitet hauptberuflich als Hochschullehrerin. Sie schreibt seit vielen Jahren Gedichte, Kurzgeschichten und Romane in den verschiedensten Genres. Weitere Informationen, Links zu bisherigen und aktuellen Veröffentlichungen sind auf ihrer Website www.andreatillmanns.de zu finden.

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    Johanna Hansen – lockmittel

    duft von gras aufs frisch gebackene brot
    schneiden die gärtner auf dem grünstreifen.
    vielleicht verkauft eine bäckerei heute mitten
    im häusermeer liebesorakel in diese welt aus
    stop and go unter vibrierenden netzen
    aus momentaufnahmen. sie spucken einen
    zitronenfalter in den luftzug auf der haut.
    sein flug ist der wirbel. in dem ich lautlos die
    lippen bewegte wie um eine lichtquelle.
    wie endlosketten von flügelschlägen
    gegen lebensbeschleunigungselixiere.
    schon eine ampelphase weiter. die
    gewohnten geräusche (vom reißbrett
    der stadt) für die geraffte vollkommenheit
    der zahl.

    gebt mir scheuklappen

    mit schwarzen tulpen bestickte etüden.
    umgearbeitet zu lampenschirmen
    aus kinderbuchseide. die essenz
    beschneiter erde. mein mund ist voller
    scharf schmeckender halme


    Aus ihrem Buch „Zugluft der Stille“, edition offenes feld, hrsg, von Jürgen Brôcan.

    Hier geht es auch zu den 16 Fragen an Johanna Hansen.