Wir freuen uns, euch erneut jemand Neues auf den 16 Seiten vorstellen und wie immer erfolgt das anhand einer kleinen Selbstvorstellung und der 16 Fragen.
Viel Spaß beim Kennenlernen von Angel André Osorio:

Angel André Osorio
Angel André Osorio schreibt Lyrik und Prosa in allen Sprachen, die er beherrscht. Seine Werke von Angel findet man u. a. in internationalen Publikationen wie Pigeon Publishing, Moving Drafts, Academy of the Heart and Mind und Entheoscope Magazine.
Seine Gedichtbände It Comes in Waves [Journey Through a Lost Love] und Die Stunde des Wolfes sind auf allen Plattformen erhältlich.
Er ist Mitglied des BVjA und des Autorenforums Köln e. V.
Zurzeit arbeitet er an seinem Debütroman mit dem Arbeitstitel
¡PENA! und sucht für dessen Veröffentlichung einen Verlag.
16 Fragen an Angel André Osorio
- Wann stehen Sie morgens auf, wann gehen Sie abends schlafen?
Manchmal um 6, manchmal um 11. Wenn gezwungen, dann oft früher als erwünscht. Schlafen gehe ich in der Regel so spät wie möglich. - Wenn Sie eine Zeitung aufschlagen, lesen Sie zuerst den Sportteil oder das Feuilleton?
Der einzige Teil einer Zeitung, der mich heutzutage noch interessiert, ist das Tagesquiz im Spiegel. Mein früheres Ich hat jedoch den täglich den Sportteil seziert, als hinge sein Leben davon ab. - „Wirklich anspruchsvollen Menschen ist Glück gleichgültig, vor allem das der anderen.“ (Bertrand Russel) Wie stehen Sie zu dieser Aussage?
Welche Ansprüche könnte ein Mensch haben, die es ihm verwehren, nach Glück zu streben? Auch für andere sollte man sich freuen können, will man nicht den Keim des eigenen Glücks mit Missgunst ersticken. Ich stehe also überhaupt nicht zu dieser Aussage, sondern sitze mit verschränkten Armen vor ihr, um den Weg zu blockieren. - Welche Genüsse gönnen Sie sich im Alltag? Welche sind für Sie besonders?
Zigaretten und ausgedehnte Siestas. Beide wann immer möglich. Besonders sind außerdem Bücher und Musik, wenn man sie wirklich zu fühlen lernt. - Welches Buch/Album haben Sie zuletzt gelesen/gehört, wie hat es Ihnen gefallen?
Buch: Los relatos, 3: Pasajes, von Julio Cortázar. Ein fantastischer Kurzgeschichtenband, von Cortázar selbst kurz vor seinem Tod zusammengestellt. Daraus besonders zu empfehlen ist die Geschichte: „Las babas del diablo“, auf der Michelangelo Antonionis Film „Blow up“ basiert.
Album: Zuletzt und kontinuierlich seit über einem Jahr, Skinty Fia von der irischen Band Fontaines D.C. – herausragende Lyrics, untermalt von mal melancholischer, mal verzweifelter Post-Punk-Instrumentalisierung. - Wer oder was inspiriert Sie und weshalb?
Die oft absurden Verhaltensweisen und Rituale, die sich der Mensch im Laufe seiner Entwicklung angeeignet und sich damit in die heutige Lage manövriert hat. Außerdem: Liebe. - Wie wichtig finden Sie Kontakte zu anderen Künstlern?
Der Vernetzung wegen wichtig, wobei der konstante Vergleich mit anderen nicht selten den eigenen künstlerischen Niedergang zur Folge hat. - Wie würden Sie Ihren typischen künstlerischen Schaffensprozess beschreiben?
24/7: Beobachtung. Irgendwann: Unruhe. Plötzlich: lange Stunden über dem Notizbuch (oder am Laptop), eng aufeinander folgende Zigarettenpausen. Immer aufs Neue: die Rückkehr an den Schreibtisch. Dann (bestenfalls): eine Handvoll Stunden Zufriedenheit. Schließlich wieder: Unruhe. - Wie viel Zeit wenden Sie täglich für Ihre Kunst auf?
In gewisser Weise meine gesamte Lebenszeit (siehe oben). Im konventionell modernen quantitativen Sinne zurzeit sechs bis zehn Stunden täglich. - Wie gehen Sie mit Schaffenskrisen um?
Wie ein Löwe … oder so … Tatsächlich komme ich gerade aus der größten Schaffenskrise meines Lebens und habe es als Reaktion darauf geschafft, meine bisher produktivste Phase einzuleiten. Währenddessen verzweifle ich aber eigentlich nur, rauche viel zu viel und jammere meinen Liebsten die Ohren voll. - Verfolgen Sie klare Ziele in Ihrer Kunst?
Ja. Ich war schon immer ein etwas weltfremder Träumer, weswegen ich nach dem Ende meiner einst vielversprechenden Fußballkarriere schnell das schier unerreichbare Ziel auserkoren habe, irgendwann von der Kunst leben zu können – sei es auch nur für einen Monat. - Beschäftigen Sie sich mit Ihrem eigenen Tod?
Ständig. Ein gewisser Anteil meiner Denk- und Gefühlskraft befasst sich ohne Pause mit diesem Thema, weswegen ich eine Art kontinuierliches inneres Zittern verspüre. - Woran glauben Sie und warum (nicht)?
Daran, dass es die richtigen Worte gibt. Weil es sie geben muss. Man muss sie nur suchen. - Wann haben Sie sich das letzte Mal geschämt und warum?
Nach einer gefühlten Unendlichkeit der harten Schamarbeit, bin ich vor einigen Jahren in Schamrente gegangen und schäme mich seitdem für überhaupt nichts mehr. Ich erinnere mich nicht konkret an das letzte Mal, bin mir aber sicher, dass ich mich dafür geschämt habe, in einem gewissen Moment nicht sozial genug gewesen zu sein. - Wie wichtig sind Ihnen Manieren im Alltag?
Solange der gegenseitige Respekt spürbar ist (und das ist er immer, wenn es ihn gibt), lege ich wenig Wert auf formell einstudierte Manieren à la Knigge. - Welche Ihre Eigenschaften sind Ihnen am wichtigsten?
Sehr wichtig: meine Leidensfähigkeit. Weniger wichtig, aber ein kleiner Grund zum Stolz: meine Sprachkenntnisse.
Vielen Dank für die Beantwortung der 16 Fragen, Angel André Osorio!
Mehr über Fabian Wollgast und seine Kunst gibt es auf seinem Instagram-Account.
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