16 Fragen an Julian Morgenbesser

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16 Fragen an Julian Morgenbesser

Julian Morgenbesser wird 1988 in Österreich geboren. Mit 17 Jahren entdeckt er das kreative Schreiben für sich, das von nun an sein Leben bereichern wird. Er schreibt in einer klar strukturierten Sprache, bewegt sich zwischen prosaischen Gedichten und nahezu hermetisch abgeriegelt anmutenden Bildern.

Es wird erkennbar, welch hohen Stellenwert das schriftliche Dokumentieren, in lyrischer Form, für seine psychische Konstitution, einen gesunden Reflexionsprozess, hat. In seinen Texten finden sich kurze, pointierte Momentaufnahmen, Empfindungen die mehr abdecken, als die gewöhnliche Klaviatur der Gefühle es zu verdeutlichen vermag. Ungefilterte Schilderungen an der Schnittstelle zwischen Existenzängsten und Durchbrüchen, der verzweifelte Versuch sich in eine Grauzone zu retten.

Der Autor arbeitet und lebt als Buchhändler in Wien. Auf dem Autorenforum www.keinverlag.de veröffentlicht er unter dem Pseudonym „nautilus“.

16 Fragen an Julian Morgenbesser

  1. Wann stehen Sie morgens auf, wann gehen Sie abends schlafen?
    Es gibt Phasen, in denen ich nur sehr wenig schlafe und schon morgens gegen 05:00 wach liege, dann aber wieder Tage, an denen ich erst spät aus dem Bett komme. Die Arbeit bringt da ein wenig Regelmäßigkeit rein.
  2. Wenn Sie eine Zeitung aufschlagen, lesen Sie zuerst den Sportteil oder das Feuilleton?
    Weder noch, ich lese Online-Nachrichten, versuche so einen Überblick fürs Inland zu behalten und das „grobe“ Weltgeschehen nicht aus den Augen zu verlieren.
  3. Wirklich anspruchsvollen Menschen ist Glück gleichgültig, vor allem das der anderen.“ (Bertrand Russel) Wie stehen Sie zu dieser Aussage?
    Ich glaube nicht an das Glück, ich glaube an die Zufriedenheit und dass jeder sie verdient. Glück ist ein dehnbarer Begriff, mir genügt es mit mir im Reinen zu sein.
  4. Welche Genüsse gönnen Sie sich im Alltag? Welche sind für Sie besonders?
    Zigaretten und Kaffee. Viel zu viel. Besonders? Will ich was, dann gönne ich es mir. Da bin ich großzügig.
  5. Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen, wie hat es Ihnen gefallen?
    Gesammelte Werke von Georg Trakl. Zum wiederholten Male fand ich es genial.
  6. Wer oder was inspiriert Sie und weshalb?
    Menschen mit ungewöhnlichen Lebensgeschichten, die ihre Ausdrucksform in der Kunst finden und die Gabe besitzen uns ihr Gefühlsleben näherzubringen.
  7. Wie wichtig finden Sie Kontakte zu anderen Künstlern?
    Sehr wichtig. Ich hätte gerne mehr davon.
  8. Wie würden Sie Ihren typischen künstlerischen Schaffensprozess beschreiben?
    In den wenigsten Fällen ist es ein Prozess, der sich provozieren lässt. Ich finde echte Inspiration findet einen ganz von alleine. Es kann ein Bild, ein Buch, ein Gedicht, Musik oder einfach nur eine tiefe Empfindung ausschlaggebend sein.
  9. Wie viel Zeit wenden Sie täglich für Ihre Kunst auf?
    Das variiert sehr stark. In Phasen mit viel Gefühl ist auch der Output größer, aber ein bis drei Stunden.
  10. Wie gehen Sie mit Schaffenskrisen um?
    Ich habe gelernt sie einfach zu akzeptieren und festgestellt, dass sie oft qualitative Sprünge mit sich bringen.
  11. Verfolgen Sie klare Ziele in Ihrer Kunst?
    Sie muss meinen eigenen Ansprüchen genügen. Mehr nicht. Wenn sie auch anderen gefällt umso besser.
  12. Beschäftigen Sie sich mit Ihrem eigenen Tod?
    Ein durchgängiges Thema in meinen Texten.
  13. Woran glauben Sie und warum (nicht)?
    Ich glaube an die Überwindung der Dunkelheit, der eigenen inneren Gegner. Sie ist der Schlüssel zur Zufriedenheit.
  14. Wann haben Sie sich das letzte Mal geschämt und warum?
    Neulich nach dem Friseur. Sagen wir ich fand das Ergebnis wenig zufriedenstellend. Ja, ich bin eitel.
  15. Wie wichtig sind Ihnen Manieren im Alltag?
    Sie sind ganz praktisch im Umgang mit anderen, aber zu gute Manieren werden oft mit Schwäche verwechselt. Alles mit Maß und Ziel.
  16. Welche Ihre Eigenschaften sind Ihnen am wichtigsten?
    Kreativität.

Vielen Dank für die Beantwortung der 16 Fragen, Herr Morgenbesser!

Jede Menge Texte und Lyrik von Julian Morgenbesser findet ihr auf seinem KeinVerlag-Autorenprofil: nautilus.

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