Archiv der Kategorie: Lyrik

L’étranger – Winter

Mein Atem dampft, und auf dem Waldweg
knirschen die Schritte. Ich streiche das
Wort „Winter“ aus dem Gedicht.

Kein gutes Wort für das, was bleibt,
wenn du das Licht der frohen Tage
ausgetrunken hast
und kalte Schultern
sich in die Nächte recken,

für Tage,
an denen du dich fest
in tausend Blätter hüllen willst,
auf denen traurige Geschichten stehn,

für Nächte, da die Welt dir scheint
wie eine Nebelkerze, ein Licht,
das deiner Dunkelheit
nicht widersteht.


Lyrik von L’étranger findet ihr auf seinem KeinVerlag-Autorenprofil: Létranger.

Hier geht es auch zu den 16 Fragen mit Philipp L’étranger.

Bastian Kienitz – Alles fließt V

Am Fluss, wo die Dünen und meine Gedanken…
versandet der Raum auch ohne die Schranken,
fast wasserfallartig durch Tosen der Zeit
mit Baumreflektionen am Leben verzweigt

und stößt an die Grenze und malt uns ein Bild,
verworren, bizarr, wie in Nebel gehüllt,
steigt auf und verweilt einen kurzen Moment
inzwischen als Geist, der kaum Festes erkennt,

um dann auf der Fläche verschwommen zu wirken
und ich nebenan hör das Rauschen der Birken.
Sie lehnen sich an, mit dem Wasser voraus
zerfließe auch ich im gesamten Verlauf.


Lyrik, Haiku, Aphorismen und mehr von Bastian Kienitz findet ihr auf seinem KeinVerlag-Autorprofil: wa bash.

Hier geht es auch zu den 16 Fragen mit Bastian Kienitz.

I. J. Melodia – Zikadenhaut

Ich fühle mich nicht mehr –
im Wasser gewurzelt

Mit meinen Händen grabe ich
nach der Ader
nach dem Harz deiner Rinde

Lege ab, deine alte Zikadenhaut
werde Morgentau, mein Atem
Von der Laichzeit
bis zum Schneetreiben


Lyrik, Haiku und mehr von I. J. Melodia findet ihr auf seiner Homepage und auf seinem KeinVerlag-Autorprofil: Melodia.

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