Archiv der Kategorie: Lyrik

Christa Issinger – schneewimpern

tauen zu wasser
sagt man
wenn man über liebe spricht
dabei kenne ich
sie nicht persönlich

einmal begegnete ich ihr
im spätherbst
sie trug einen lila mantel
und einen regenschirm

sie nickte nur
im vorbeigehen
ich blieb stehen
und schaute ihr nach


Lyrik und mehr von Christa Issinger findet ihr auf ihrem Blog und auf ihrem KeinVerlag-Autorprofil: sandfarben.

Hier geht es auch zu den 16 Fragen an Christa Issinger.

L’étranger – der schrei

du musst nicht still sein
um ihn zu hören
nicht suchen

hinter den masken und kostümen
in den anweisungen der regie 
im flüstern der souffleure

in der brandung der laute
dem ruf der vokale
zwischen den zeilen

unter den worten
jenseits der buchstaben

in jedem schreiben
lebt der schrei
im schrei der erste schrei
des neugeborenen


Lyrik von L’étranger findet ihr auf seinem KeinVerlag-Autorprofil: Létranger.

Hier geht es auch zu den 16 Fragen mit Philipp L’étranger.

16 Fragen an Philipp L’étranger

16 Fragen an Philipp L’étranger

Unsere Sommerpause ist vorbei und wir freuen uns sehr, euch einen neuen Autoren präsentieren zu dürfen! Traditionell geschieht dies mit unseren 16 Fragen und einer kleinen Vorstellung.

Philipp L’étranger: Ich lebe seit 1975 in München. Nach dem erfolgreichen Studium der Physik folgte eine berufliche Laufbahn in der IT- Branche. Seit 2019 bin ich im Ruhestand, und habe in dieser Zeit mein Interesse am Schreiben wiederbelebt. Im Jahr 2020 habe ich begonnen, Gedichte auf verschiedenen Internetplattformen zu veröffentlichen.

Eine Veröffentlichung mit dem Gedicht „das herbsten“ im Rahmen von „Walthers Anthologie 2020“ in der Doppelausgabe 9 und 10 von „zugetextet.com“ (auch als Druckexemplar zu beziehen).

Auf dem Autorenforum www.keinverlag.de veröffentlicht er unter dem Pseudonym „Létranger“.

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I. J. Melodia – Prophezeiung

Hommage an William Blake

Am Abgrund steht Ahania, blickt auf Leere
über den Atlantik, nach West-Nord-Ost-Süd
Von Winden und Winter zernagt das Gewand
Krebse gesammelt, in Schalen gelegt
eine einfachere Welt für die Augen

Die Schlange in den Sternen trachtet der Sonne
aus Wolken und Feuer fallen Albions Kinder
Der ewige Mann in der Höhle zählt Würmer
faltet die Zeit am blutenden Horizont
Hammer und Amboss gebären nur noch Stille

Der Abstand zwischen Leben und Ewigkeit
ist der Schatten einer Eiche ohne Blüten
Welk das Zentrum glänzender Erkenntnis
zieht schwarze Kreise auf weißem Grund
zerfallener Visionen einer besseren Welt


Lyrik, Haiku und mehr von I. J. Melodia findet ihr auf seiner Homepage und auf seinem KeinVerlag-Autorprofil: Melodia.

Hier geht es auch zu den 16 Fragen an I. J. Melodia.